Beiträge von Dr. Cora Stephan
Kategorien
Archiv
23.07.2008 13:12
Rotwein für alle
Deutschland rückt nach links! Viele freut das, manche wundern sich. Links wie realexistierende DDR? Knallharte Umverteilung a la Lafontaine? Gerechtigkeit statt Freiheit? Ticken die nicht richtig, die Deutschen? Haben wieder mal nichts aus der Geschichte gelernt?
Nun, Umfragedaten bestätigen das: alle, alle fühlen sich gut aufgehoben da, wo das Herz schlägt. Selbst in der CDU empfindet sich nur noch eine Minderheit als rechts – und das kann nicht nur daran liegen, daß man sich hierzulande angewöhnt hat, bei konservativ oder „rechts“ gleich „rechtsradikal“ zu schreien, was nun wirklich niemand sein will, der es noch zu etwas bringen möchte.
Ein Linksruck also, dem sich kaum einer entziehen kann. Weshalb man in Merkels CDU schon lange nicht mehr von „Reformen“ spricht. Und bei der FDP kaum noch von Freiheit. Alle gemeinsam versprechen den linksbedürftigen Wählern lieber den treusorgenden Staat nebst allumfassender Gerechtigkeit hier und jetzt und immerdar. Da …
01.07.2008 13:36
50 Jahre Gleichberechtigung – herzlichen Glückwunsch, liebe Männer!
Ist das wirklich erst 50 Jahre her? Daß Frauenleben in Deutschland so behütet war, daß man sie aus dem Berufsleben fern halten und in der Öffentlichkeit nur schicklich gewandet auftreten lassen wollte? Daß der Mann über Geld und Freiheitsrechte entschied und die sogenannten ehelichen Verpflichtungen von seinem Weib zur Not auch einklagen konnte?
Ja, die Emanzipation der Frau ist eine einmalige Erfolgsgeschichte. Und das Schöne daran: sie ist es auch für den Mann.
Und deshalb: Glückwunsch zur Gleichberechtigung der Frau, liebe Männer! Wir gönnen sie euch von ganzem Herzen. Vor 50 Jahren haben sich die Herren der Schöpfung und des Grundgesetzes ja wirklich lange den Kopf zerbrochen, ob sie uns zarte weibliche Geschöpfe in die Freiheit entlassen dürfen, in der allerhand Gefahren wie berufliche Unabhängigkeit, freie Sexualität und Konsumautonomie auf uns lauern. Doch siehe da: alles ist gut, nein: besser ist es geworden. Auch und vor …
01.07.2008 13:32
Kein Herz für Leistungsträger
Wo ist diese Partei, wenn man sie mal braucht? Oder gibt es sie womöglich gar nicht mehr und wir haben nur noch nichts davon gemerkt? Daß sie ein Phantom sind, die Liberalen, eine flüchtige Materie, nie und nirgends zu fassen?
Alle haben sie etwas zu sagen derzeit zu den ureigenen Themen einer liberalen, freiheitlichen Partei – nur die hält sich fein zurück, während es ihrer Klientel an den Kragen geht. Denen, die die FDP in Verkennung der Tatsachen einmal „die Besserverdienenden“ genannt hat. In Wirklichkeit jene ständig schrumpfende Minderheit, die man Leistungsträger heißt – womit weniger gesagt ist, daß sie etwas leistet, sondern daß sie leisten, also zahlen soll. Dieser Mittelstand ist heute zur bedrohten Minderheit geworden, doch während sich für jedes wahre oder vermeintliche Opfer der Verhältnisse ein Betroffenenverband finden läßt, hat diese Minderheit keine Lobby. Mehr noch: alle Welt bemüht sich darum, sie noch weiter schrumpfen …
01.07.2008 13:30
Eine lahme Ente nimmt Abschied
In Deutschland weinen sicherlich nur wenige dem abschiednehmenden amerikanischen Präsidenten eine Träne nach. Die Gründe dafür scheinen auf der Hand zu liegen: der Irakkrieg und Guantanamo. Mit George W. Bushs Namen wird Unrühmliches verbunden bleiben: als ob man die Lüge gebraucht hätte, um Saddam Husseins Schreckensherrschaft zu beenden, fingierte man die akute Gefahr von Massenvernichtungswaffen in seinen Arsenalen. Und für die rechtlosen Zustände in Guantanamo handelte sich Bush in dieser Woche eine Ohrfeige des obersten amerikanischen Gerichts ein.
Das beschädigt den moralischen Feldzug des Präsidenten. Haben seine Strategen vergessen, daß man nicht nur wissen muß, wie man einen Krieg führt, sondern auch, wie man nach dem militärischen Sieg Frieden schafft? Doch über die mangelnde völkerrechtliche Legitimation moralisch motivierter Feldzüge sollten sich vor allem die Deutschen nicht allzusehr erregen, die es sich gefallen ließen, daß eine völkerrechtlich gesehen ebenfalls nicht unbedenkliche Intervention im Kosovo vom damaligen Außenminister Joschka Fischer …
01.07.2008 13:26
Deutsche Memmen am Hindukusch
Was für eine Schlagzeile: „Viele Männer zu schlapp zur Landesverteidigung.“ Was für eine Botschaft!
Da sieht man nun, was die Frauenbewegung in Gestalt von verweichlichenden Müttern, irregeleiteten Kindergärtnerinnen und indoktrinierenden Volksschullehrerinnen angerichtet hat: Der deutsche Mann ist nicht mehr wehrfähig. Mehr als 40 Prozent aller gemusterten Wehrpflichtigen erwiesen sich im vergangenen Jahr als ungeeignet für die körperlichen und psychischen Anforderungen einer Verteidigung Deutschlands am Hindukusch. Der wehrhafte Mann ist ein Auslaufmodell.
Das freut den Feind, insbesondere den islamistischen Glaubenskrieger, der den Westen und seine alternden Menschen sowieso für hoffnungslos dekadent hält. Die jungen Nationen hingegen können Millionen williger Kämpfer ins Feld schicken, die unter Garantie keine lächerlichen Zivilisationsprobleme wie Tötungshemmungen oder Übergewicht haben.
Das freut natürlich auch den Pazifisten, der auf dieses Ergebnis jahrzehntelang zersetzend hingearbeitet hat: die einst nachgerade genetisch auf Killermaschine geeichten Deutschen haben sich in ein einig Volk von friedliebenden Sofakartoffeln …
29.02.2008 10:29
Warten auf den Messias
Man hat noch nichts davon gehört, daß Wählerinnen beim Anblick von, sagen wir mal: Michael Naumann in Freudentränen ausgebrochen wären, um hernach dekorativ in Ohnmacht zu fallen. Aber das kann ja beim nächsten halbwegs gutaussehenden Kandidaten noch kommen. Denn wenn wir die Zeichen richtig lesen, dann sehnt sich auch hier manch einer nach dem neuen Messias, wie ihn Barack Obama in den USA zu verkörpern scheint: nach einem Heilsbringer, einem Verführer, einem guten und weisen Herrscher. Einem Führer, genau, der uns mit ebenso edlen wie schlichten Botschaften hinter seinem Banner zu versammeln vermag – mögen die Parolen „Yes, we can“ lauten oder als sehnsüchtiger Ruf nach „Change“ nachhallen, mögen sie „Gerechtigkeit“ versprechen oder das Paradies auf Erden. Ja, langsam sind wir soweit.
13.02.2008 12:53
Das beste Argument zählt…
Was darf man hierzulande denken, meinen und schließlich auch sagen? Alles, was einem so ins Hirn kommt? Jeder? Ohne Ansehen von Alter, Geschlecht und Haarfarbe?
Im Prinzip ja, antwortet Radio Eriwan. Es kommt nur darauf an …
31.01.2008 15:41
Kulturgeschichte des Klimas
So ein Buch macht das Kaminfeuer noch gemütlicher und läßt einen den Luxus des Lebens in der heutigen Zeit innigst empfinden: ich lese, nein: ich verschlinge gerade “Die Kulturgeschichte des Klimas” von Wolfgang Behringer.

